Hallo ihr Lieben,

da die meisten von euch ja zurzeit die Kita nicht besuchen können, habt ihr hier die Möglichkeit, trotzdem ein paar Kita-Abenteuer zu erleben. Es sind Geschichten mit euch und euren Freunden, in denen so allerlei Spannendes passiert. Die Situationen sind frei erfunden, könnten aber vielleicht so stattgefunden haben. Nun wünschen wir euch ganz viel Spaß beim Lesen! smile

 

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Mit: Emelie, Franz, Samuel, Manuel, Vincent, Paula

Der blaue Himmel leuchtet über der Hügellandschaft und das Gras fühlt sich wunderbar weich an unter den nackten Kinderfüßen.
Die anderen sind schon zurück ins Haus gegangen und so haben Emelie, Franz, Samuel, Manuel, Vincent und Paula den Gartenabschnitt ganz für sich alleine. Jenny hockt auf einem Baumstamm und hält Telefonwache. Paula sitzt neben ihr und betrachtet ein Gänseblümchen, das sie vorhin gepflückt hat. Es ist gelb und weiß und sieht ein bisschen so aus wie ein Spiegelei. Das findet sie so witzig, dass sie aufsteht und zu Samuel rennt, der vor den Steinen im Barfußpfad sitzt.
“Schau mal, Samuel, ich hab ein Spiegelei!”, ruft sie vergnügt und hält ihm das Blümchen unter die Nase.
“Oh”, sagt Samuel. “Kann ich das essen?”
Paula gibt ihm das Gänseblümchen und Samuel tut so, als würde er es mit einem Happs aufessen. Paula kichert und schnappt sich die Blume wieder zurück. Da kommt Franz angelaufen und schaut neugierig auf die Steine. “Was machst du, Samuel?”, fragt er.
Samuel versucht, zwei Steine aufeinander zu stapeln.
“Oh ein Turm!”, ruft Franz und geht in die Hocke.
“Jaah, aber das klappt nicht”, meint Samuel und legt die Steine wieder hin.
“Man muss vielleicht einen großen Stein nehmen”, ruft Emelie, die gerade durch das Feld mit den Kastanien läuft. Das ist ganz schön rutschig und fühlt sich lustig an unter den Fußsohlen.
Manuel und Vincent haben an den Büschen gespielt und drehen sich jetzt um. “Ich hol einen ganz großen Stein!”, ruft Vincent und marschiert los. Er guckt sich genau um und findet einen schweren, grauen, der ein bisschen glitzert. Den nimmt er mit und legt ihn vor Samuel hin. Manuel hebt einen schwarzen Stein in die Höhe. Der ist ein bisschen kleiner aber flach. “Schau mal, das klappt bestimmt gut”, sagt er und hält Samuel den Stein hin. Samuel probiert, ob der schwarze Stein auf dem großen liegenbleibt und tatsächlich. Es ist ein kleiner Turm.
“Geschafft!”, ruft Franz mit leuchtenden Augen und Paula legt ihr Spiegelei-Blümchen oben drauf.


Emelie ist inzwischen bei ihnen angekommen und setzt sich dazu.
“Sollen wir was spielen?”, fragt Franz.
“Was denn?”, will Emelie wissen.
“Was Lustiges”, meint Manuel und zieht seine Mütze zurecht.
“Verstecken!!”, ruft Paula und grinst über beide Ohren.
Die anderen nicken begeistert. “Oh jaah das macht Spaß!”, jubelt Vincent und steht schonmal auf.
“Ich will zählen!”, sagt Franz und läuft schon zu einem Baum. Da springen die anderen ganz schnell auf ihre Füße. Franz verdeckt sich die Augen und fängt an zu zählen. “Eins… zwei… drei…”
Husch! Flink verteilen sich die Kinder in der Hügellandschaft. Manuel kriecht unter die Hängebrücke. Dort unten wachsen ganz viele Pflanzen und manche pieksen ihn in den Bauch. Durch die Schlitze kann er Franz am Baum sehen.
Emelie huscht schnell ins Häuschen und rollt sich unter dem Tusch zusammen. Das ist ein gutes Versteck, findet sie. Sie muss nur ganz leise sein.
Vincent krabbelt hinter Jennys Baumstamm und stupst sie in den Rücken. Sie dreht sich grinsend um. “Psst”, sagt Vincent. “Nicht verraten.” Jenny nickt.
Samuel und Paula schleichen sich beide hinter die Büsche. Durch die Blätter beobachten sie, ob Franz sie schon sucht.
Da ruft Franz ganz laut “Zehn!” und läuft los. Samuel und Paula findet er als erste, weil die beiden so laut kichern und in den Büschen rascheln, dass Franz sie sofort bemerkt. Jetzt lachen sie ganz laut und rennen hinter Franz her, der sich grinsend umschaut.
Da klingelt es und jemand hinter dem Baumstamm ruft “Telefon!”. Franz ist sofort zur Stelle und schnappt sich einen kichernden Vincent.
Nun rennt er weiter und kommt an der Hängebrücke an. Er läuft schon ein paar Schritte darüber, da kommt es von unten “Aua, du musst aufpassen.” Franz legt sich auf den Bauch und guckt durch einen Spalt.
“Manuel, ich hab dich gefunden!”, ruft er vergnügt und Manuel versucht, aus dem Gestrüpp hervor zu krabbeln. Als er es geschafft hat lächelt er und rennt einmal über die Brücke.

“Sind alle da?”, fragt Paula und schaut sich um.
“Nein, da fehlt noch die Emelie”, antwortet Samuel.
“Emelie!!”, rufen Vincent und Franz und suchen hinter dem Wasserlauf. Manuel schaut in die Büsche und Samuel ans Tor.
Plötzlich ruft Paula “Da!” und zeigt auf einen lila Zipfel, der aus dem Häuschen lugt. Emelies T-Shirt.
“Wir haben dich gefunden, Emelie!”, ruft Franz und hüpft freudig im Kreis. Emelie krabbelt aus dem Häuschen und grinst. “Ich hab mich gut versteckt”, sagt sie.
“Oh nein.” Paula fasst sich an den Kopf. “Meine Mütze ist weg!”
“Hast du sie verloren?”, fragt Manuel bestürzt.
“Ich weiß nicht, wo sie ist.” Paula blickt sich um.
Vincent springt auf einen Stein im Wasserlauf. “Dann müssen wir sie suchen gehen!”
Die Kinder rufen zustimmend und machen sich auf, um die Mütze zu finden. Sie schauen unter der Hängebrücke, unter den Bäumen, suchen am Barfußpfad. Franz scheucht Jenny auf, aber auch unter ihrem Po ist die Mütze nicht. Sie wissen nicht weiter.
Emelie fragt Paula: “Wo hast du dich denn vorhin versteckt?”
Da fällt es Paula wieder ein. “Hinter den Büschen!”, ruft sie und läuft los. Und tatsächlich, da baumelt die Mütze an einem Zweig. Schnell setzt Paula sie sich wieder auf den Kopf.
Die anderen freuen sich und klatschen in die Hände.
Da fragt Manuel: “Und wer von uns hat beim Versteckspielen gewonnen?”
Paula grinst. “Ist doch klar. Meine Mütze!”
Da müssen alle lachen und lassen sich ins weiche Gras fallen. Jetzt müssen sie sich erst mal ausruhen.