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Welche Rolle haben wir als pädagogische Mitarbeiter?

Unsere Rolle als pädagogische Mitarbeiter im Haus unterscheidet sich sehr, im Vergleich zu dem, was üblich und bekannt ist, und deshalb oft in dieser Form auch erwartet wird.

  • Wir sind dem Kind kein gleichberechtigter Spielpartner bzw. Entertainer, welcher das Kind nach einem festgelegten Stundenplan durch den Tag singt und klatscht. Vielmehr verstehen wir uns als wachen, achtsamen und verlässlichen Begleiter, der - sich seiner Vorbildfunktion stets bewusst - das Kind liebevoll und aufmerksam in seinem Tun unterstützt, Ideen aufgreift und diese in Kooperation mit dem Kind weiterentwickelt.
  • Es ist uns wichtig, einen Rahmen zu schaffen, in dem es sinnvolle Vereinbarungen und klare Abläufe gibt, die dem Kind ein Gefühl von Sicherheit und Verlässlichkeit geben. Wir sind dafür verantwortlich, eine persönliche und emotional liebevolle Umgebung zu gestalten, in der das Kind sich wohlfühlt und seiner „Lust am Tun“ ungestört nachgehen kann.
  • Wir sind präsent und versuchen uns gleichzeitig zurückzunehmen, um als abwartende Beobachter dem Kind genügend Raum zu geben, seine eigenen Erfahrungen zu machen, kreative Alternativen zu finden und Probleme eigenständig zu lösen. Dadurch erlebt sich das Kind kompetent und autonom, und gewinnt so Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.

„Wesentlich ist, dass das Kind möglichst viele Dinge selbst entdeckt. Wenn wir ihm bei der Lösung aller Aufgaben behilflich sind, berauben wir es gerade dessen, was für seine geistige Entwicklung das Wichtigste ist. Ein Kind, das durch selbständige Experimente etwas erreicht, erwirbt ein ganz andersartiges Wissen, als eines, dem die Lösung fertig geboten wird."
(Emmi Pikler: Friedliche Babys, zufriedene Mütter)

Unser pädagogisches Personal verfügt über einen vielfältigen Erfahrungsschatz und wird von Beginn an intern geschult und in der Praxis begleitet. Der tägliche Austausch ist dabei ebenso wichtig, wie wöchentliche Teamsitzungen, in welchen pädagogische Handlungen, Verlauf und Ergebnisse von Entwicklungsprozessen, didaktische Angebote und deren Wirkung reflektiert werden, um sowohl die Qualität in der pädagogischen Arbeit, als auch ein hohes Maß an Professionalität zu gewährleisten.

 

Warum gehen wir eher sparsam mit Lob um?

  • Warum werden Kinder für die kleinsten, positiv gezeigten Verhaltensweisen gelobt?
  • Wer profitiert von dem Lob?
  • Ist es möglich, dass Lob weniger mit den emotionalen Bedürfnissen der Kinder zu tun hat, als mit dem eigenen Wohlbefinden von uns Erwachsenen?
  • Sind wir versucht Abkürzungen zu nehmen, indem wir Kinder mit Belohnungen manipulieren, anstatt ihnen zu erklären oder ihnen zu helfen, notwendige Fähigkeiten und Werte zu entwickeln?
  • Was sollen wir nur tun, wenn wir nicht loben dürfen?

Ein ständiger Fluss von Beurteilungen ist weder nötig noch hilfreich für die kindliche Entwicklung. Belohnung in jeglicher Form ist eine Art und Weise, etwas mit unseren Kindern zu tun, damit sie unseren Wünschen entsprechen („Zuckerguss- Kontrolle“). Dies funktioniert auf kurze Zeit gesehen auch ganz gut, da Kinder im Allgemeinen nach Anerkennung hungern. Lob schränkt das Kind ebenso in seiner Experimentierfreudigkeit ein, wie es durch Kritik verunsichert wird.

DSCI0129Unglücklicherweise haben die meisten noch nicht realisiert, dass ein „Gut gemacht“ ebenso eine Bewertung darstellt wie ein „Falsch gemacht“. Vielmehr noch ist Lob für ein Kind, das seine eigenen Fähigkeiten erproben darf, störend. Denken wir nur an die konzentrierte Aufmerksamkeit eines Kindes, wenn es einen Baustein auf den anderen setzt. Wie leicht kann ein „Das machst du aber toll!“ den Turm zum Einstürzen bringen, weil die Aufmerksamkeit des Kindes für diesen Moment von seiner Tätigkeit abgelenkt war.

Ein Kind, welches sich an seinem eigenen Tun erfreut, braucht nicht von uns Erwachsenen beklatscht, gelobt und angefeuert werden, weil es aus purem Interesse, reiner Neugier, der Lust am Lernen und voller Hingabe spielt, forscht und experimentiert. Kinder, die zu oft und für die kleinsten alltäglichen Dinge überschwänglich gelobt werden, führen diese Tätigkeiten irgendwann nur noch aus, um dem „Lobenden“ eine Freude zu machen. Jetzt geht es nicht mehr darum, zu malen, zu bauen, zu denken, zu erschaffen etc. – der ausschlaggebende Punkt besteht nun darin, das „Leckerli“ zu bekommen, ob das nun ein Eis, ein Bonbon oder ein „Gut gemacht“ ist. Wird diese gewohnte Aufmerksamkeit entzogen, nehmen viele Kinder die Tätigkeit nicht mehr auf. Warum auch?

Wir bieten den Kindern einen geschützten Raum, indem wir sie liebevoll begleiten und bedingungslos unterstützen, ohne sie zu fesseln. Wir bekunden den Kindern unsere Anerkennung in einem Kontext echter Annahme und Akzeptanz für das, was das Kind ist, anstatt für das, was es tut. Wir begleiten die Tätigkeiten des Kindes, indem wir wertfrei verbalisieren, was wir gesehen haben, dass wir es wahrgenommen und bemerkt haben und freuen uns mit ihm indem wir bspw. sagen: Ja, ich sehe, du hast deine Schuhe alleine angezogen.“ Echte Anteilnahme und Freude kommt aus unserem tiefen Inneren, aus dem Herzen und nicht aus dem Mund.

 

Wann kann Ihr Kind die Kita nicht besuchen?

Ihr Kind kann die Kita nicht besuchen, wenn es nicht in der Lage ist, den Tag in der Gemeinschaft anderer Kinder zu bewältigen, d.h. es zum Beispiel nicht an einem Ausflug teilnehmen kann. Fieber ist hierbei kein ausschlaggebender Indikator für Krankheit - wir dürfen und werden bei keinem Kind Fieber messen. Haben wir das Gefühl, Ihrem Kind geht es nicht gut, werden wir Sie umgehend verständigen und bitten es abzuholen. Bei Krankheiten mit einer hohen Ansteckungsgefahr wie Magen-Darm-Infekt, Bindehautentzündung und Ähnlichem muss Ihr Kind unverzüglich abgeholt werden. Ihr Kind kann die Einrichtung wieder besuchen, wenn es einen symptomfreien Tag zu Hause verbracht hat.

Zudem dürfen und werden wir keinerlei Medikamente verabreichen, auch keine homöopathischen Präparate wie Globuli o.ä..

 

IMG 4370Wie gehen wir mit Kindern um, die Auffälligkeiten in ihrer Entwicklung zeigen?

Durch intensive Beobachtung der Kinder im Alltag sowie differenzierte Dokumentation der Entwicklung gelingt es uns, Auffälligkeiten bzw. Entwicklungsrisiken in den unterschiedlichen Bereichen (Sozial, Emotional, Kognitiv etc.) meist frühzeitig zu erkennen.

Um die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten eines jeden Kindes optimal zu entfalten und zu unterstützen, geben wir ihm im Tagesablauf Raum und Möglichkeiten. Hierzu zählen z.B. differenzierte Angebote, ausgewählte Materialien, Nutzung spezifischer Räume und Kleingruppenarbeit.

Dabei ist nur durch die enge Kooperation mit den Eltern eine zielführende pädagogische Arbeit möglich. In Elterngesprächen und im täglichen Austausch werden wir die Entwicklung reflektieren und gemeinsame Ziele definieren, die sowohl im Kitaalltag als auch zu Hause ihrer täglichen Anwendung und Umsetzung bedürfen. Darüber hinaus empfehlen wir ggf. weiterführende Hilfe-Angebote oder Fachdienste.

Unser Ziel ist es, im Austausch mit Ihnen als Eltern, Ihr Kind bestmöglich auf seinem individuellen Lebensweg zu begleiten.

 

IMG 4878Warum haben unsere Gruppen keine Namen?

Eine oft gestellte Frage von Seiten der Eltern:
„Warum haben Sie denn keine Gruppennamen, wie es in anderen Einrichtungen üblich ist? Wurzelzwerge oder Marienkäfer? Das wäre doch hübsch.“ Die Antwort ist sehr einfach: „Weil wir keine Wurzelzwerge oder Tiere oder Ähnliches sind.“ Wir sind ein Haus mit Kindern, die von pädagogischen Mitarbeitern in ihrem Alltag und den damit einhergehenden Lern- und Entwicklungsprozessen begleitet werden. Die Kinder kommen nicht jeden Tag in eine Gruppe, die einen der Phantasie entsprungenen Namen trägt, sondern zu vertrauten Kindern und Bezugspersonen, deren Namen sie kennen und mit welchen sie ihren Tag erleben.

 

Warum arbeiten wir im ganzen Haus gruppenübergreifend?

Weil wir ein Haus für Kinder sind! Und deswegen starten wir morgens von 7:00-8:00 Uhr mit einem offenen Bereich im Kindergarten, in dem sich alle Kinder treffen. Darüber hinaus begegnen sich alle Kinder und pädagogischen Mitarbeiter am Vormittag während der Gartenzeit im Freien. Jedes Kind kennt jeden pädagogischen Mitarbeiter – und jeder Mitarbeiter jedes Kind! So ist das gruppenübergreifende Arbeiten in Kleingruppen-Angeboten für alle Kinder abwechslungsreich und spannend und ein internes Aushelfen im Krankheitsfall völlig unproblematisch. Dadurch können wir unsere vielfältigen Erfahrungen in regelmäßigen Teamsitzungen zusammentragen und reflektieren – eine ständige Optimierung unserer Abläufe und die Umsetzung unserer pädagogischen Schwerpunkte auf einem qualitativ sehr hohen Niveau sind uns wichtig.

 

IMG 4461Warum haben wir eine Kernzeit
von 9:00-14:00 Uhr?

Die Einhaltung der Kernzeit von 9:00-14:00 Uhr im gesamten Haus ist uns sehr wichtig, da wir in diesem Zeitraum ungestört mit den Kindern arbeiten und auch Angebote und Aktivitäten planen möchten. Wenn Sie erst ab 9:00Uhr gebucht haben, denken sie bitte daran, dass ihr Kind schon zu Hause gefrühstückt hat. Wollen Sie in einem Ausnahmefall wie z.B. einem vereinbarten Arzttermin Ihr Kind früher als 14:00 Uhr abholen, ist dies selbstverständlich möglich, wenn Sie dies bereits im Vorfeld mit dem jeweiligen pädagogischen Personal abgesprochen haben

 

Warum ist es wichtig, dass Eltern sich an die Bring- und Abholzeiten halten?

Die Bringzeit von 7:00-9:00 Uhr ist im 30 Minuten Takt gestaffelt, aus Rücksicht auf die Kinder, die bereits da sind und in der Regel auch schon frühstücken. Geht hingegen alle paar Minuten die Gruppentüre auf, muss das Frühstück unterbrochen werden, die Aufmerksamkeit der pädagogischen Mitarbeiter ist nicht mehr bei den Kindern, Unruhe entsteht etc. und wir haben keinen entspannten Start in den Tag.

Ähnlich verhält es sich beim Abholen. Würde alle 5 Minuten ein Kind abgeholt werden, könnten die Kinder, die länger bleiben, nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Spielsituation wäre immer unterbrochen, Angebote oder Aktivitäten kaum möglich und das Gefühl beim Kind, dass „alle abgeholt werden nur ich nicht“ verstärkt. Deshalb gilt auch hier aus Rücksicht auf alle Kinder im Haus: abgeholt werden kann ab 14:00 Uhr immer zur vollen Stunde.

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