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Was setzt das freie Spiel voraus und warum ist es für uns von so großer Bedeutung?

IMG 6043Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes. Es ist die wichtigste Aktivität der frühen Kindheit und damit eine elementare Form des menschlichen Seins. Im Spiel setzt das Kind sich selbst mit seiner Umwelt auseinander - es bietet ihm so die Möglichkeit, seine Entwicklungsaufgaben und seine Lebensrealität aktiv zu bewältigen. Kinder bilden ihre Erfahrungen und Wirklichkeiten in den Spielhandlungen nach und gestalten diese fantasievoll um. Ihre schöpferische Begabung bringt sie dazu, ihre Realitäten zu verarbeiten, sie zu verändern oder neu zu erfinden.

Darüber hinaus erlaubt das Spiel, ihre Träume und Impulse auszuleben und das gesamte Potential an Lebensmöglichkeiten auszuschöpfen.

IMG 6184Voraussetzung dafür, dass das Kind sich beim Spielen sicher fühlen kann, ist eine gute und verlässliche Basis zu den pädagogischen Bezugspersonen. Diese ermöglicht dem Kind, sich jederzeit Hilfe zu holen oder sich emotional zu „stärken“, um neue Entdeckungen machen zu können. Eine große Bedeutung kommt hierbei auch der „vorbereiteten Umgebung“ zu. Das bedeutet, dass wir als Team das Kind aufmerksam beobachten, um ihm anregende Materialien zur Verfügung zu stellen , die seinem Entwicklungsstand und seinen Interessen entsprechen. Wir schaffen so immer wieder neue Räume mit Aufforderungscharakter, die vielfältige Kombinationen ermöglichen, in denen das Kind die Balance zwischen Ruhe und Bewegung, Wiederholung und Neuem finden kann.

Das freie, selbständige Spiel, wie Emmi Pikler es beschrieben hat, ermöglicht die Selbstbildungsprozesse des Kindes und bildet somit eine wichtige Grundlage der Entwicklung. Es fördert seine Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit. Wenn es seine Aktivität selbst aussuchen und gestalten kann, einfühlsam darin begleitet und nicht angeleitet oder gestört wird, fühlt sich das Kind respektiert und angenommen. Dabei lernt es auch, andere zu respektieren, mit Frustrationen umzugehen und diverse Problemlösungen zu entwickeln.

IMG 0664Ebenso bedeutsam ist es, dem Kind freies Spiel und Bewegung in der Natur zu ermöglichen. Unser Naturaußengelände bietet mit seinen reichhaltigen und vielfältigen Materialien wie Erde, Holz, Steine, Stauden, Wasser, Sand, Lehm und Blätter sowie mit vielen anderen Fundstücken und ungewöhnlichen Dingen den Kindern eine Fülle von Lernmaterialien mit sinnlichen Anregungen.

Das Kind macht vielfältige Bewegungserfahrungen mit seinem Körper, kann seine motorischen und koordinativen Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben und verfeinern.

Es erlebt und erfährt Phänomene aus der Natur mit allen Sinnen und lernt diese zu beobachten und zu beschreiben.


Warum haben wir kein Spielzeug?

Konzeptionell arbeiten wir beinahe im gesamten Haus mit sog. „offenen Materialien“. Dies sind Materialien aus dem Alltag, die keine verdeckten didaktischen Absichten haben, die einen vielseitigen Gebrauch ermöglichen und die Phantasie und Kreativität der Kinder nicht einschränken, wie zum Beispiel Eierbecher, Eimer, Schüsseln, Körbe, Töpfe, Tücher, Kochlöffel etc.

Der Schwerpunkt liegt auch hier im Bereich Natur. Spielmaterialien wie Baumscheiben, Kastanien, Muscheln, Tannenzapfen, Korken usw. sind in einer Vielzahl vorhanden, ersetzen jedoch nicht die frische Luft im Garten, wo die Kinder mit Gras, Blättern, Erde, Baumrinden, Sand, Wasser usw. experimentieren können.

Kinder brauchen „unfertige Dinge“, die zum Gestalten einladen, damit sich Kreativität und Neugier entwickeln können und eigenes Denken und Handeln gefördert wird. So erleben sich die Kinder als kompetent und handlungsfähig und gewinnen an Selbstvertrauen. 

 

IMG 6037Warum „produzieren“ wir nichts?

Unsere Angebote, Aktivitäten und Projekte verfolgen nicht das Ziel, etwas für die Eltern zu produzieren. Wir halten nichts von der Devise: „Es wurde nur etwas geleistet, gearbeitet und gelernt, wenn es am Ende ein vorzeigbares Produkt oder Ergebnis gibt.“ Die Kinder sollen mit Freude und aus „Lust am Tun und Lernen“ spielen, experimentieren, malen, schneiden, basteln etc.. Entsteht daraus ein Bild, eine Figur oder Skulptur, welche das Kind mit nach Hause nehmen möchte, ist das schön, aber nicht zwingend notwendig.

Die Qualität unserer pädagogischen Arbeit definieren wir nicht über eine sog. Out-put Orientierung.

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