Hallo ihr Lieben,
da die meisten von euch ja zurzeit die Kita nicht besuchen können, habt ihr hier die Möglichkeit, trotzdem ein paar Kita-Abenteuer zu erleben. Es sind Geschichten mit euch und euren Freunden, in denen so allerlei Spannendes passiert. Die Situationen sind frei erfunden, könnten aber vielleicht so stattgefunden haben. Nun wünschen wir euch ganz viel Spaß beim Lesen!smile

 

 

Die Höhle 

Mit: Charlotte, Maria, Takumi, Ida, Tim, Ludwig

Die Kinder kommen gerade vom Spielen aus dem Garten zurück ins Haus. Es ist warm und sonnig und die Matschhose haben sie heute nicht gebraucht. So geht das Anziehen diesmal ganz schnell. Rasch die Mützen vom Kopf gezogen und ins Fach gesteckt. Schwupps aus den Schuhen geschlüpft und an ihren Platz geräumt.
Mit roten Backen steht Charlotte vor der Küche und spitzt hinein.
“Was gibt es heute zu essen, Dani?”, fragt sie neugierig.
“Nudeln mit Sauce und Salat”, antwortet Dani und räumt einen Stapel Teller in den Schrank.
“Nudeln!!”, rufen Maria und Ludwig gleichzeitig und strecken die Hände in die Luft.
“Wir müssen aber leider noch warten”, sagt Feli. “Das Essen ist noch nicht da. Wir können noch ein bisschen im Schlafraum spielen.”
Das ist in Ordnung für die Kinder. Schon wuseln sie fröhlich hinein in den Schlafraum und Feli nimmt ihre Listen mit.
Die großen Matratzen laden ein zum herrlichen Herumtollen. Tim rennt quietschvergnügt hin und her und lässt sich kichernd umfallen. Maria schmeißt sich schwungvoll neben ihn und beide lachen, dass die Bäuche wackeln.
Takumi schleicht fauchend umher und schnappt Ludwig an der Hose.
“Pass auf, der T-Rex kommt!”, brüllt er und Ludwig krabbelt flink unter die Hochebene. “Ich bin schnell!”, ruft er und grinst.
Ida und Charlotte versuchen einen Handstand zu machen. Ida streckt den Po in die Höhe und strengt sich an, aber die Beine wollen einfach nicht oben bleiben. Ein letzter Schwung und Ida kullert über die Matratze. Da muss sie lachen. “Jetzt hab ich einen Purzelbaum gemacht!”
Charlotte gefällt das und nun stützt auch sie sich auf ihre Hände. Sie macht sich ganz groß und auf einmal krabbelt Maria unter ihr durch. Charlotte fällt um und quiekt “Maria!”. Lachend schnappt sie ihre Füße.
Maria befreit sich und streicht die Haare aus dem Gesicht. “Du hast eine Höhle gemacht, Charlotte”, sagt sie.

Das hat Ludwig gehört und schon streckt er den Kopf unter der Hochebene hervor. “Wir können eine richtige Höhle bauen!”
“Jaah!”, ruft Takumi. “Eine Dino-Höhle!”
“Und eine Löwen-Höhle!”, sagt Tim.
“Ich hole eine Decke”, kündigt Charlotte an und stapft los zu dem Deckenstapel. Tim, Ida und Maria hüpfen hinterher und laden sich ebenfalls welche auf die Arme. Sie marschieren zusammen zur Hochebene und Ludwig und Takumi helfen ihnen, die Decken auszubreiten. Sie hängen eine rote über die eine Seite der Hochebene und eine graue über die andere Seite. So ist es unter der Leiter schon ganz schön dunkel.
“Jetzt brauchen wir noch da oben eine Decke.” Ida zeigt auf den Balken über ihnen.
Tim läuft schnell rüber zu Feli und fasst sie an der Schulter. “Feli, kannst du uns helfen? Wir wollen da oben eine Decke hinhängen.”
“Damit es eine schöne Höhle wird”, sagt Takumi.
“Klar”, antwortet Feli und steht auf. Die Kinder suchen sich die lila Decke aus und Feli steckt die Enden oben durch die Netze. Jetzt hängt eine große Höhlenwand an der Hochebene. Freudig klatschen die Kinder in die Hände. Ida läuft schnell und holt noch ein paar Decken. Damit können sie es sich in ihrer neuen Höhle so richtig gemütlich machen.
Jetzt kann es losgehen. Auf einmal sind sie nicht mehr Kinder, sondern Dinos, Löwen, Tiger, Zauberer oder Polizisten. Einmal ruft Maria ganz laut “Die Höhle brennt!” und dann schnappen sich alle einen Decken-Schlauch und löschen das Feuer. Tim und Charlotte wickeln sich ein in Decken-Warnwesten, damit alle wissen, dass Gefahr droht.

Dann ist der Brand vorbei und Takumi, Ida und Ludwig fangen an zu hüpfen. Die anderen machen begeistert mit. Doch in der Höhle haben sie nicht so viel Platz und so rempeln sie sich aus Versehen an, verlieren das Gleichgewicht und purzeln alle übereinander. Irgendein Kind hält sich an der lila Decke fest und hoppla hop – liegen sie nun alle auf der Matratze, lachen und blinzeln mit den Augen, weil es plötzlich ganz hell ist.
Langsam befreien sich alle wieder aus dem Knäuel und lehnen sich an die Wand, oder legen sich hin. Völlig erschöpft sind sie. Ludwig hat richtig rote Backen und Tims Haare stehen in alle Richtungen ab. Ida muss ganz schön schnaufen und Maria schwitzt an der Stirn. Charlottes Zopf ist schon fast aufgegangen. Und Takumi liegt mit ausgebreiteten Armen auf der Matratze.
“Jetzt haben wir keine Höhle mehr”, sagt Maria.
“Schade”, meint Tim.
Sie schauen unter der Hochebene hervor und sehen Feli am Schrank sitzen, die eifrig auf ihre Listen schreibt. Da muss Ludwig grinsen.
“Ganz leise”, flüstert er den anderen zu und hebt eine Decke auf. Dann schleicht er raus und auf Feli zu. Auch die anderen holen sich jeder eine Decke und trippeln hinterher. Sie wissen jetzt , was Ludwig meint und müssen kichern. Aufgeregt halten sie ihre Decken fest. Da schaut Feli mit blitzenden Augen zu ihnen hoch und mit einem Getöse, dass die Ohren klingeln, rennen Ludwig, Maria, Takumi, Ida, Tim und Charlotte los und stürzen sich auf Feli. Die schmeißt ihre Listen hinter sich in Sicherheit und ruft “Hilfe! Kinderattacke!”. Dann wird sie in die Decken gewickelt und umgeworfen. Maria und Ludwig kitzeln sie an den Füßen, Ida sie am Bauch. Takumi und Charlotte setzen sich auf ihren Rücken und johlen begeistert. Und Tim rennt laut lachend um sie alle herum.
“Puuh!”, krächzt Feli und befreit sich Stück für Stück von den Decken. Ihre Haare sind ganz durchgewuschelt und Ida muss kichern.
Da klopft es an der Tür und Nadja schaut in den Schlafraum. Schmunzelnd betrachtet sie das Chaos auf der Matratze. “Also wenn ihr was essen wollt, es wär jetzt da.”
Das lassen sich die Kinder nicht zweimal sagen. Gröhlend befreien sie Feli von den restlichen Decken und stellen sich an der Tür an. Begeistert grinsen sie sich alle an. Nach diesem Abenteuer haben sie nun aber wirklich riesigen Hunger.